Alltägliche Redensarten aus dem Mittelalter

Woher kommen eigentlich die Redensarten, die wir heute täglich nutzen, und welche Bedeutung hatten und haben sie? Hier erklären wir ein paar:

"Ein Schlitzohr sein"

Früher trugen Mitglieder einer Zunft - zum Beispiel Zimmerleute - einen Ohring. Hatte ein Mitglied gegen eine oder mehrere Regeln verstoßen, so wurde ihm der Ohring auf schmerzhafte Art und Weise rausgerissen, wodurch das Schlitzohr entstand. Andere Zimmerleute oder Auftragsgeber waren dadurch vor ihm gewarnt. Auch heute steht die Bezeichnung "Schlitzohr" für eine hinterhältige Person.

"Den Löffel abgeben"

Früher hatte jeder seinen eigenen Löffel aus Holz, welcher nur von seinem Besitzer genutzt wurde. Verstab der Besitzer, so wurde ihm der Löffel abgenommen, da er ihn nun nicht mehr brauchte. Auch heute steht diesen Redenswendung dafür, dass jemand sterben wird oder bereits gestorben ist.

"Einen Laufpass geben"

Früher durfte sich ein Soldat nur von seinem Heer entfernen, wenn er einen offiziellen Laufpass erhielt und diesen bei sich trug. Heute steht diese Redensart eher dafür eine (menschliche) Beziehung zu beenden und dem Partner einen Laufpass zu geben.

"Jemanden ausstechen"

Früher wurde bei einem Ritterturnier der Gegner mithilfe einer Lanze aus dem Sattel gestochen bzw. gestoßen. Auch heute steht diese Redenswendung dafür einen anderen zu besiegen.

"Etwas im Schilde führen"

Früher hatten Ritter und Krieger auf der Rückseite ihres Schildes kleinere Waffen versteckt, mit denen sie schnell und überraschend zu stechen konnten. Heute bedeutet diese Redensart immer noch etwas hinterhältiges zu planen und im Kopf zu haben.

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